

Jacky (*15.06.2016) ist ein äußerlich bildhübschen Siberian Husky, der aus Zeitmangel von seinen bisherigen Menschen Mitte Mai 2020 zu uns in die Vermittlung übergeben wurde. Hinter der Fassade des Schönlings steckte allerdings ein schwieriger Hund, der vermutlich keine Führung in seinem ersten Zuhause bekam. Wie fasst man nun fast 5 ½ Jahre gemeinsames Stationsleben mit Jacky zusammen?
Sein anfängliches Verhalten gegenüber Menschen können wir kurz beschreiben: ‚Wenn Jacky etwas möchte, brüllt er; wenn er etwas nicht möchte, beißt er‘. Damit hat er auch seine wenigen Interessenten verschreckt und abgeschreckt.
In der Hundegruppe zeigte er sich als ‚Eigenbrötler‘, er zog sich viel ins Hundehaus zurück und wollte seine Ruhe. Er war einer unserer ‚Stubenhocker‘. Und wenn ein neuer Artgenosse in die Gruppe kam, der noch nicht stubenrein war, rief er mit angewidertem Ausdruck den Zimmerservice. Er machte immer deutlich, dass er keine hündische Gesellschaft braucht, Menschen sind ihm wichtiger.
Und die arbeiteten kontinuierlich im Rahmen unserer Möglichkeiten an seiner Erziehung. Ob Pflegerinnen, seine langjährige Gassigeherin oder die unterstützende Trainerin, alle zogen an einem Strang und erreichten stetig kleine Fortschritte: Jacky wurde geduldiger, ließ sich pflegen (natürlich mit Maulkorb), und lernte auch auf seinen geliebten regelmäßigen Spaziergängen, was Führung bedeutet. Er wurde immer öfter fröhlich und verschmust. Für anständiges Verhalten in der Hundegruppe sorgte Ole. Jacky fand sogar mal einen Spielkameraden in Junghund Jonte.

Ende 2025 nahm ein Paar aus der Region Kontakt mit uns auf. Sie kamen zu einer Stationsführung und waren sehr interessiert an unserer Arbeitsweise sowie an unseren Schützlingen. Sie haben Erfahrung mit einem nicht einfachen Husky. Und sie hatten einen Plan. Ihr Hund musste bald an seiner Pfote operiert werden, danach kamen sie wieder. Und dann geschah wieder eines der kleinen Wunder auf dem Hasleberg, sie waren ernsthaft an Jacky interessiert! Nach vielen Besuchen, auch mit Husky Pascha, nahmen sie Jacky am 17. Januar 2026 mit nach Hause.

Der nutzte seinen Charme, den er ohne Zweifel hat, um mal gleich die Regeln etwas zu lockern und ‚auszupacken‘. Uns blieb fast das Herz stehen, aber seine Menschen ließen sich in keiner Weise von ihm beeindrucken und zogen ihren Plan durch. Mit Erfolg!
Jackys Gassigeherin erzählt nach einem aktuellen Besuch, dass er sich sehr freut, wieder eine ‚eigene Stube‘ zu haben. Bei ‚eigenen‘ Menschen, mit denen er viel schmusen kann. Selbst mit Hund Pascha arrangiert er sich. Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wie sich Hunde im eigenen Heim positiv weiterentwickeln. Jacky lässt sich mittlerweile bereits bürsten – ohne Maulkorb!
Wir danken Familie H., dass sie Jacky seine Chance gegeben haben und an ihn glauben. Wir wünschen Euch noch viele harmonische Jahre zusammen. Kommt bei Gelegenheit mal wieder bei uns vorbei, wir würden uns sehr über einen Besuch von Euch ‚Vieren‘ freuen.
Das Team der Nothilfe für Polarhunde
